Erinnerung heißt Verantwortung: Der Landtag im Gespräch

Emilio Emiliano und Neela Kaltenbach vertraten den Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen e. V. am 21. Oktober 2026 bei der Veranstaltung „Der Landtag im Gespräch: Der neue alte Wahn – der moderne Judenhass“ im Bayerischen Landtag in München. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus und die Frage, wie jüdisches Leben in unserer Gesellschaft geschützt werden kann.

Im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Kultur wurde deutlich, dass Antisemitismus kein Relikt der Vergangenheit ist, sondern eine gegenwärtige Herausforderung für unsere Demokratie. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig es ist, antisemitische Einstellungen klar zu benennen, Vorurteilen entgegenzutreten und die Verantwortung für eine offene Gesellschaft gemeinsam wahrzunehmen.

Für den DVBJ steht dieses Thema in engem Zusammenhang mit seinem Beschluss zur Verankerung und Förderung der Erinnerungskultur in der Arbeit bayerischer Jugendvertretungen. Die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Shoah darf nicht auf Gedenktage beschränkt bleiben. Sie muss auch dazu beitragen, heutige Formen von Antisemitismus und Ausgrenzung zu erkennen und ihnen entschieden entgegenzutreten.

Jugendvertretungen können dabei eine wichtige Rolle übernehmen: Sie schaffen Räume für politische Bildung, fördern den Austausch zwischen Generationen und machen lokale Erinnerungsorte sowie historische Schicksale sichtbar. Dafür braucht es verlässliche Unterstützung und zeitgemäße Bildungsangebote, die junge Menschen erreichen und zur aktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte ermutigen.

Der Besuch von Emilio Emiliano und Neela Kaltenbach unterstreicht, dass Erinnerungskultur und der Einsatz gegen Antisemitismus untrennbar miteinander verbunden sind. Für den DVBJ bedeutet „Nie wieder“ nicht nur, sich an die Vergangenheit zu erinnern, sondern auch, in der Gegenwart Verantwortung zu übernehmen und sich für eine Gesellschaft einzusetzen, in der jüdisches Leben sicher und selbstverständlich möglich ist.

„Jugendvertretungen können dazu beitragen, dass aus Erinnerung echte Haltung wird. Wir müssen junge Menschen dazu ermutigen, Fragen zu stellen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und Vorurteile kritisch zu hinterfragen. Demokratie lebt davon, dass wir nicht schweigen, wenn Menschen aufgrund ihrer Religion oder Herkunft angefeindet werden.“
Emilio Emiliano, Vorstandsmitglied DVBJ

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