Vom 16. bis 18. Oktober 2026 kamen die Delegierten des Bayerischen Jugendrings (BJR) zur 169. Vollversammlung in Nürnberg zusammen. Auch der Dachverband der Bayerischen Jugendvertretungen e.V war vertreten. Im Mittelpunkt standen Erinnerungskultur und demokratische Bildungsarbeit. Für uns besonders relevant waren die Diskussionen über Jugendparlamente und die Frage, wie junge Menschen ihre Kommunen mitgestalten können.
In seiner jugendpolitischen Grundsatzrede betonte BJR-Präsident Philipp Seitz, dass junge Menschen Räume brauchen, in denen sie Gemeinschaft erleben und selbst etwas bewegen können. Er forderte verlässliche Strukturen für die Jugendarbeit und warnte vor den Folgen von Kürzungen sowie vor gezielten Angriffen auf die demokratische Bildungsarbeit.
Dieser Appell greift ein Anliegen auf, das wir als DVBJ mit #machtPlatz verfolgen: Junge Menschen sollen ihre Umgebung aktiv mitgestalten können und Zugang zu öffentlichen Räumen haben, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Jugendvertretungen können dazu beitragen, diese Bedürfnisse sichtbar zu machen und konkrete Veränderungen vor Ort anzustoßen.
Bei der Podiumsdiskussion mit Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU), Arif Tasdelen (SPD) und Julian Preidl (Freie Wähler) nahmen auch Jugendparlamente und ihre Rolle in der kommunalen Demokratie breiten Raum ein. Für uns als DVBJ steht dabei fest: Beteiligung braucht verbindliche Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Jugendvertretungen benötigen verlässliche Ansprechpersonen in Politik und Verwaltung, ausreichende Mittel und eine frühzeitige Einbindung in Entscheidungen, die junge Menschen betreffen. So können Jugendliche erleben, dass ihr Engagement etwas bewirkt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Podiumsdiskussion war die Frage, wie die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus junge Menschen heute erreicht. Marcus König sprach sich für eine Erinnerungsbildung aus, die historische Erfahrungen mit Fragen der Gegenwart verbindet. Arif Tasdelen betonte die Bedeutung dauerhaft verankerter Demokratiebildung in der Jugendarbeit. Julian Preidl warb dafür, neue Vermittlungsformen aufzugreifen und auch jene jungen Menschen zu erreichen, die bisher kaum Zugang zu Angeboten der Jugendarbeit finden.
Zum Programm gehörte außerdem ein Paneltalk mit Dr. Ludwig Spaenle, dem Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus. Der Austausch ergänzte die Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur und der Verantwortung der Jugendarbeit im Umgang mit Antisemitismus.
Für unsere Arbeit in den Jugendvertretungen gehören demokratische Mitbestimmung und der Einsatz gegen Menschenfeindlichkeit zusammen. Wir wollen junge Menschen darin unterstützen, ihre Anliegen zu vertreten, unterschiedliche Positionen respektvoll auszuhandeln und Diskriminierung entgegenzutreten. Dafür setzen wir uns als DVBJ gemeinsam mit den Jugendvertretungen vor Ort ein.
Bildnachweis: BJR/ Michael Hanuschke


