Mit der heutigen Vereidigung von Manuel Knoll hat Bayern erstmals einen Staatsminister mit dem ausdrücklichen Aufgabenbereich Jugend und Demokratie.
Das neu geschaffene Amt soll Jugend- und Demokratiefragen stärker innerhalb der Bayerischen Staatsregierung verankern. Nach den bisherigen Ankündigungen soll Knoll insbesondere als Ansprechpartner für junge Menschen fungieren und die Perspektiven der jungen Generation in politische Entscheidungsprozesse einbringen. Vorgesehen ist unter anderem, bei bestimmten politischen Vorhaben einen sogenannten Jugend-Check zu berücksichtigen. Gleichzeitig soll er bayernweit mit jungen Menschen, Schulen, Organisationen und politischen Gruppierungen ins Gespräch kommen.
Für die bayerische Jugendvertretungslandschaft ist die Schaffung des neuen Amtes insbesondere deshalb von Bedeutung, weil damit die Interessen junger Menschen auf Ebene der Staatsregierung einen eigenen Ansprechpartner erhalten. Jugendbeteiligung lebt jedoch nicht allein von politischer Kommunikation, sondern vor allem davon, dass junge Menschen tatsächlich an Entscheidungen beteiligt werden und ihre Anliegen dort Berücksichtigung finden, wo politische Entscheidungen getroffen werden.
Für den Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen e.V. steht damit vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie mit dem neuen Amt konkrete und verbindliche Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen weiter gefördert werden können. Jugendvertretungen auf kommunaler Ebene verfügen über unmittelbare Erfahrungen damit, welche Themen junge Menschen beschäftigen und an welchen Stellen Beteiligung in der Praxis funktioniert und wo sie weiterentwickelt werden muss. Die heutige Vereidigung markiert daher nicht nur den Beginn einer neuen ministeriellen Funktion, sondern auch einen möglichen neuen Abschnitt für die Jugendpolitik in Bayern. Entscheidend wird sein, wie die angekündigte Stärkung von Jugend und Demokratie im politischen Alltag ausgestaltet wird und welchen Stellenwert die direkte Beteiligung junger Menschen dabei erhält.
Der Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen e.V. freut sich darauf, mit dem neuen Staatsminister in den Austausch zu treten und gemeinsam die Jugendbeteiligung in Bayern weiter zu stärken. Dabei gilt es, gute Rahmenbedingungen und verlässliche Strukturen zu schaffen, damit junge Menschen vor Ort überall Möglichkeiten zur Mitgestaltung erhalten und Jugendbeteiligung dort wachsen kann, wo sie am unmittelbarsten wirkt.

