Mitmachwelle

Projektzeitraum: 01.10.2024 – 30.09.2025

Aron Gabriel

1. Vorsitzender

Mit dem Solidaritätsprojekt „Jugend-Mitmachwelle – Welle machen für unser inklusives Europa“ rückte eine Projektgruppe junger Engagierter die Frage in den Mittelpunkt, wie junge Menschen vor Ort wirksam beteiligt, gestärkt und miteinander vernetzt werden können. Ausgangspunkt des Projekts war die Überzeugung, dass Demokratie dort lebendig wird, wo Menschen ihre Interessen, Erfahrungen und Ideen in ihre unmittelbare Umgebung einbringen. Jugendliche sollen dabei nicht nur als Zielgruppe politischer Angebote verstanden werden, sondern als aktive Gestalter ihrer Kommunen und ihres gesellschaftlichen Umfelds.

Ziel der Mitmachwelle war es, junge Menschen für politische und soziale Partizipation zu ermutigen und ihnen konkrete Werkzeuge für eigenes Engagement an die Hand zu geben. Die Projektgruppe wollte eine Kultur aktiver lokaler Beteiligung fördern, in der Jugendliche ihre Stimme erheben, eigene Projektideen entwickeln und gemeinsam Lösungen für Herausforderungen vor Ort finden können. Dabei standen Inklusion, europäische Werte, interkultureller Austausch, soziale Nachhaltigkeit und demokratische Mitbestimmung im Mittelpunkt.

Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Workshop- und Vernetzungsformate umgesetzt. Beim Impulstreffen „Gemeinsam gestalten – Regionen vernetzen“ kamen junge Engagierte in einem offenen und kreativen Rahmen miteinander ins Gespräch. Über niedrigschwellige Methoden, gemeinsames Gestalten und Austausch zu Jugendbeteiligung entstand ein Raum, in dem neue Ideen sichtbar wurden. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie junge Menschen für Engagement in Jugendvertretungen gewonnen werden können. Ergänzend dazu erhielten die Teilnehmenden praktische Impulse zu Finanzen und Fördermöglichkeiten, um eigene Projekte realistisch planen und umsetzen zu können.

Ein weiterer Baustein war der Workshop „Gemeinsam digitale Räume für Jugendvertretungen gestalten“. Dabei beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Frage, welche digitalen Strukturen Jugendvertretungen brauchen, um Beteiligung zu erleichtern. Es wurde deutlich, dass digitale Räume mehr sein müssen als technische Plattformen: Sie sollen Vertrauen schaffen, barrierearme Kommunikation ermöglichen, Abstimmungen und Zusammenarbeit vereinfachen und junge Menschen in ihrer politischen Arbeit konkret unterstützen. So wurden Anforderungen und erste Ideen für digitale Beteiligungsräume gesammelt, die analoge Jugendvertretungsarbeit sinnvoll ergänzen können.

Mit dem Workshop „Strategisch denken, sichtbar werden“ wurde die Mitmachwelle weiter vertieft. Rund 15 engagierte Jugendliche setzten sich mit Design Thinking, Öffentlichkeitsarbeit und der Gewinnung neuer Mitglieder auseinander. In Kleingruppen wurden Herausforderungen aus der eigenen Arbeit analysiert und erste Lösungsansätze entwickelt. Anschließend entstanden konkrete Kampagnenideen, etwa für Social Media, Schulaktionen oder niedrigschwellige Sprechstunden. So wurde deutlich, wie wichtig Sichtbarkeit, klare Kommunikation und strategisches Vorgehen für erfolgreiche Jugendvertretungsarbeit sind.

Die Mitmachwelle verband damit praktische Wissensvermittlung, kreative Methoden und regionale Vernetzung. Die Teilnehmenden wurden nicht nur informiert, sondern aktiv in die Gestaltung der Formate einbezogen. Sie diskutierten, reflektierten, entwickelten Ideen und übertrugen die Ergebnisse auf ihre eigene Arbeit vor Ort. Besonders wertvoll war der Austausch zwischen jungen Menschen aus unterschiedlichen Regionen Bayerns, da viele Jugendvertretungen ähnliche Fragen beschäftigen: Wie erreichen wir mehr Jugendliche? Wie machen wir unsere Arbeit sichtbar? Welche Werkzeuge helfen uns wirklich? Und wie können aus Ideen konkrete Projekte werden?

Der Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen e. V. war als unterstützende Organisation eingebunden und begleitete das Projekt administrativ sowie durch Erfahrung, Netzwerke und Öffentlichkeitsarbeit. Getragen wurde das Vorhaben jedoch von einer eigenständigen Projektgruppe junger Engagierter, die ihre Erfahrungen in Jugendbeteiligung, Projektarbeit und kommunalem Engagement in die Mitmachwelle einbrachte.

Die Mitmachwelle macht deutlich: Jugendbeteiligung braucht Räume, Wissen, Sichtbarkeit und gegenseitige Ermutigung. Wenn junge Menschen ernst genommen werden und konkrete Möglichkeiten erhalten, ihre Ideen umzusetzen, entsteht Selbstwirksamkeit. Das Projekt hat gezeigt, dass Beteiligung nicht abstrakt bleiben muss, sondern dort beginnt, wo Jugendliche miteinander ins Gespräch kommen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam an einer offenen, inklusiven und demokratischen Gesellschaft arbeiten.

Weitere Beiträge zu dem Projekt

1 2
Nach oben scrollen